Die Kathedrale, der St.-Paulus-Dom des Bistums Münster, zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten in Münster.
Der St.-Paulus-Dom vereinigt Stilelemente der Romanik mit dem Westwerk, das heißt mit dem Alten Chor und den Westtürmen,
und der Gotik im angrenzenden Basilika-Bau, mit den beiden Querschiffen, dem Langhaus, dem Hochchor und dem Kapellenkranz.
Video oben: Ein visueller Rundgang durch den Dom zu Münster und das schlagen der Astronomischen Uhr.
„Paradies“
Das sogenannte „Paradies“ ist ein zweigeschossiger (ursprünglich dreigeschossiger) Vorbau an der Südseite des Westquerschiffs.
Im Inneren des Paradieses ziert abgeschrägter Sockel alle vier Wände. Darüber, in einer Höhe von 2,04 Meter,
umrandet ein 21 Zentimeter hoher und mit Ranken als Hauptschmuck verzierter Fries den Raum.
Oberhalb des Frieses zieren überlebensgroße Steinfiguren der zwölf Apostel, von Heiligen sowie Stiftern den Raum.
„Hochchor mit Altar“
Der Dom innen ist von der Ausstattung eher schlicht gehalten, dafür in seinen Ausmassen aber riesig.
Eine gewölbte Basilika mit doppeltem Querschiff im Stile der Gotik. Der Dom ist insgesamt 108,95 Meter lang.
Das westliche Querschiff ist einschließlich der Paradiesvorhalle 52,85 Meter breit, ohne sie 40,53 Meter.
Das Langhaus zwischen den beiden Querschiffen hat mit den Seitenschiffen eine Breite von 28,3 Metern, das östliche
Querschiff von 43,3 Metern. Bild oben links: die grosse Figur des Hl. Christophorus. Seit über 380 Jahren steht er nun schon da.
Unter der Vierung steht der heutige Hochaltar. Er besteht aus Sandstein und ist als ein schlichter Block gearbeitet.
In seine vordere Seitenfläche ist eine beleuchtete Vitrine eingelassen, in der die historischen Apostelfiguren aus dem ehemaligen gotischen Hochaltar gezeigt werden.
Das „Triumphkreuz“ ist ein monumentales Holzkruzifix, das über dem Hauptaltar im Hochchor hängt.
Bild 3: Vor dem nord-östlichen Vierungspfeiler befindet sich ein filigran gearbeitetes gotisches Sakramentshäuschen der Tabernakel.
„Nördliches Seitenschiff“
Im Dom befinden sich, noch zahlreiche Seiten- bzw.
Nebenaltäre, Epitaphien und Heiligenstatuen. Sie stammen überwiegend aus der Gotik, der Renaissance und dem Barock.
Bild 1: Epitaph des "Dompropst Theodor Anton von Velen" (um 1700).
Bild 2: Fenster im Seitenschiff, von Kilian Wegewort, um 1540. Maria und Johannes unter dem Kreuz, zu Jesu Füßen Maria Magdalena.
Bild 3: Epitaph des Jodokus von Droste.
Bild 1: Fenster im Seitenschiff, von Kilian Wegewort, um 1540. Kreuzabnahme.
Bild 2: Im Südarm des Ostquerhauses befindet sich ein farbig gefasstes Steinrelief, das die „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ darstellt:
Im Mittelpunkt befindet sich die Mutter Gottes, auf ihrem Schoß das neugeborene Christuskind, das ein Geschenk des knienden Königs Melchior entgegennimmt.
Bild 3: Fenster im Seitenschiff, von Kilian Wegewort, um 1540. Kreuztragung. Grablegung.
„Stephanus-Chor“
Im Nordarm des Ostquerhauses befindet sich das Grabmonument für den Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg.
Es wurde erst nach dessen Tod am 5. Mai 1706 in den Jahren 1707–1708 errichtet und von dem Bildhauer Johann Mauritz Gröninger gestaltet.
Bild 3: Der Stephanusaltar mit Letmathe-Epitaph, 1625-30 von Gerhard Gröninger.
„Heiligen Skulpturen“
Die Heiligen Figuren am nördlichen Chorumgang.
Bild 1: Reck Wolff Gnaidt Metternich.
Bild 2: Carolus Borromeus. Der bereits zu Lebzeiten als Idealtypus des christlichen Kirchenfürsten verehrte Borromäus wurde 1610 von Papst Paul V. heiliggesprochen.
Bild 3: Heilge Anna.
„Kapellen im Chorumgang“
An den Chorumgang schließen sich kranzförmig vier Seitenkapellen an.
Vom nördlichen Seitenschiff besteht ein Zugang zur Sakramentskapelle mit der beachtenswerten Bronzetür vom Ende des 17. Jahrhunderts.
„Sakramentskapelle“
Die Sakramentskapelle wurde Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts hinter dem Stephanschor als ein Annex errichtet.
Sie diente zunächst als Sakristei, ab 1930 beherbergte sie die erste Domschatzkammer, und wurde erst 1956 zur Sakramentskapelle umgewidmet.
„Kreuzkapelle“
Die Kreuzkapelle befindet sich nördlich der Hauptachse. Im Zentrum steht ein Retabel Johann Brabenders mit der Darstellung der Anbetung der Hl. Drei Könige.
Im Mittelpunkt thront die Muttergottes, auf ihrem Schoß der neugeborene nackte Gottessohn, der dabei ist, das goldene Geschenk des knienden Königs Melchior entgegenzunehmen.
„Domfenster“
In den Jahren 1985-1990 entstanden moderne Fensterzyklen für die Kreuzkapelle und die drei Galenschen Kapellen sowie angrenzende Fenster.
Der Künstler Georg Meistermann schuf 1985 – 1990 die Entwürfe für die Darstellungen.
In den vier Kapellen stellen sie den Lobpreis der Schöpfung durch die drei Jünglinge im Feuerofen dar,
zu denen noch die Szene des Daniel in der Löwengrube im nördlichen Fenster des Chorumgangs hinzukam.
Quellennachweis: St.Paulus Dom Münster.
„Josephskapelle“
Die östliche Seitenkapelle (linear in der Hauptachse) ist die Josephs-Kapelle.
In ihr befindet sich u. a. das Grab des Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen.
Das Grabmal in der Josephskapelle ist ein Werk des Bildhauers Johann Mauritz Gröninger.
Dar Sandsteinaltar mit der Immaculata. Die zierliche Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm.
Die Schlange als Symbol des Versuchers und seiner Macht über den Menschen, erscheint tot unter den Füßen Marias.
„Maximuskapelle“
Die südlichste Seitenkapelle ist die Maximus-Kapelle. Dort befindet sich ein wertvoller Elfenbein-Kruzifix,
sowie das Grab des Weihbischofs Maximilian Gereon Graf von Galen.
In der Maximuskapelle des Doms befindet sich ein Elfenbein-Kruzifix, welches über lange Zeit als Dauerleihgabe eines privaten Leihgebers dem Dom zur Verfügung stand.
Die Skulptur wird dem flämischen Künstler François Duquesnoy (1597–1643) zugeschrieben.
„Ludgerus-Kapelle“
Die südlich der Hauptachse stehende Seitenkapelle ist Ludgerus-Kapelle. In ihr befinden sich u. a. die Grabstätte von Clemens August Graf von Galen.
Die Grabplatte trägt die Aufschrift „Hic exspectat resurrectionem mortuorum Clemens Augustinus de Galen S.R.E. presbyter cardinalis episcopus Monasteriensis“
(deutsch: „Hier erwartet die Auferstehung der Toten Clemens August von Galen, der heiligen römischen Kirche Kardinalpriester, Bischof von Münster“
„Kreuzwegstationen“
In den Nischen der Chorschrankenwänden im Chorumgang befinden sich 15 Kreuzwegstationen,
die 1995-96 von dem Künstler Bert Gerresheim (Düsseldorf) geschaffen wurden. Es handelt sich dabei um vollplastische Bronzegruppen.
„Astronomische Uhr“
In einem Joch zwischen Hochchor und (südlichem) Chorumgang befindet sich eine astronomische Uhr mit Glockenspiel.
Die Uhr aus den Jahren 1540 bis 1542 ist eine der bedeutendsten Monumentaluhren des deutschsprachigen Raums. Die Schauseite der Uhr weist,
wie im Mittelalter nicht unüblich, eine Dreiteilung auf. Die Dreiteilung in Kalenderteil (unten), Astrolabium mit weiteren Anzeigen (Mitte)
und einer großen Schautafel mit Figurenumlauf (oben) versinnbildlicht eine Sicht auf die Vorstellungen des Universums. Die beiden oberen Teile
der Uhr sind in ein Bildkonzept eingebunden, das nach den Himmelsrichtungen am Standort der Uhr im Südlichen Chorumgang ausgerichtet ist.
„Domorgel im Ostquerschiff“
Bild 1: Im Johanneschor, gegenüber der astronomischen Uhr, befindet sich eine lebensgroße Figur des heiligen Liborius.
Der Heilige ist in Bischofstracht dargestellt.
Bild 2: Der St.-Paulus-Dom zu Münster in Westfalen verfügt über drei Orgeln. Die Hauptorgel befindet sich im Johanneschor.
Sie geht zurück auf ein Instrument, welches im Jahre 1956 von dem Orgelbauer Hans Klais (Bonn) erbaut wurde.
Bis 1987 war die Orgel im Stephanuschor untergebracht; das Instrument befand sich in einer zum Chor- und Altarraum offenen Orgelnische über dem Kapitelsaal.
Das Schleifladen-Instrument hat 74 Register (5.889 Pfeifen) auf vier Manualen (zwei Schwellwerke) und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen sind elektrisch.
Bild 3: Obere Kapelle des Nordturmes, mit Fernwerk der Orgel.
„Südliches Seitenschiff“
Bild 1: Laurentius-Altar und Epitaph für Dompropst Bernhard von Muenster.
Bild 1: Epitaph. Jesus am Ölberg.
Bild 2: Gott Vater und Jesus: Epitaph von Elverfeld (Christoph und Wilhelm), um 1606, Johann Kroß zugeschrieben.
Bild 3: Epitaph des Domkellners Wennemar von Aschebrock, um 1610, Gerhard Gröninger, Geißelung Jesu.
„im Alten Chor“
Das Taufbecken im Alten Chor stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. Es zeigt Darstellungen der Taufe Jesu und der vier Evangelisten.
Das Taufbecken in Kelchform aus dem 14. Jh. mit untergesetzten jüngeren Löwenfüßen wird im Ordinarius des 16. Jh. erwähnt: Sacerdos cum aliis vadit
processionaliter ad fontem et ascendit sacerdos cum ievitis et iatoribus chrismatum ad baptisterium (Geisberg 5 S.366 ff.).
An der Westwand des Alten Chores befindet sich ein barocker Hochaltarschrein, der von Adrian van den Boegart und Gerhard Gröninger geschaffen wurde.
Der Hochaltar zeigt zentrale Szenen und Ereignisse aus dem Leben des Paulus.
Das Chorgestühl aus dem 16. Jahrhundert. An dem 1539 vollendeten Chorgestühl befinden sich Figuren des Hl. Christophorus.
Die untere Kapelle des Nordturmes ist dem heiligen Petrus geweiht und liegt 75 Zentimeter unterhalb des Flurs des Westquerschiffs und restlichen Doms.
Bild 1 + 2: In der Kapelle des Südturmes befindet sich ein großformatiges Triptychon „Pietà und Auferstehung“, das von dem Künstler Thomas Lange geschaffen wurde.
Bild 3: Die Figur der Hl. Barbara. Die Figur trägt in ihren Händen einen runden Turm mit drei Fenstern.